Wer pflegt in der Häuslichkeit?

Wer pflegt in der Häuslichkeit?

Nach Angaben des Deutschen Institut für Wirtschaftsförderung e.V. (DIW) besteht die Gruppe der informell Pflegeleistenden zu 32,4% aus über 60-Jährigen. Ca. 36% sind im erwerbstätigen Alter, wobei die über 60-jährigen noch nicht mitgerechnet sind. Dabei wird unabhängig von allen Altersgruppen die Pflege größtenteils von Frauen erbracht.[1]

Das sich die Zahl der informellen Pflege in absehbarer Zeit ändert ist unwahrscheinlich. Das DIW Berlin nennt dazu als Gründe zum einen höhere Kosten, die bei zunehmender professioneller Pflege entstehen würden und zum anderen auch der Wunsch des Einzelnen, von der Familie in der eigenen Häuslichkeit versorgt zu werden. „Vor dem Hintergrund der demografischen Alterung wird der Bedarf an professioneller und privater Pflege zukünftig steigen. Aus Gründen der Kostendämmung verlagern viele Wohlfahrtsstaaten Pflege in die Familie, sodass die Zahl Pflegender, die Pflegebedürftige zu Hause privat und unentgeltlich betreuen (..), voraussichtlich zunehmen wird. Weiterhin ziehen viele Pflegebedürftige die familiäre Pflege der institutionellen vor.“[2] Dadurch wird deutlich, dass ein nicht unerheblicher Teil der (potenziell) arbeitenden Bevölkerung die häusliche Pflege in Deutschland übernimmt. Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd) gibt an, dass ein großer Teil der Pflegenden mindestens einer Teilzeit-, oft sogar einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen.[3]

Dies spricht dafür, dass man nach Lösungen sucht, um die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu fördern

[1] https://www.diw.de/de/diw_01.c.803845.de/s_12211.html

[2] https://www.iwd.de/artikel/beruf-und-betreuung-als-doppelte-herausforderung-495534/

[3] https://www.dia-vorsorge.de/demographie/ganz-in-familie-deutschlands-groesster-pflegedienst/

GUT ZU WISSEN:

„Die meisten Pflegepersonen sind im erwerbsfähigen Alter“

Wer pflegt in der Häuslichkeit?
Wer pflegt in der Häuslichkeit?