Verteilung der Pflegegrade

Verteilung der Pflegegrade

Die Versorgung Pflegebedürftiger lässt sich grob in zwei Bereiche unterteilen: den ambulanten Bereich, wo Personen im häuslichen Umfeld gepflegt und betreut werden und den stationären Bereich, zu dem die Pflegeheime zählen. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die meisten Pflegebedürftigen den Pflegegrad 2 haben. An zweiter Stelle folgt der Pflegegrad 3. Personen mit einer erheblichen Pflegebedürftigkeit (Pflegegrad 5) sind hingegen am seltensten vertreten. Betrachtet man die Situation der Personen, die in ihrer Häuslichkeit versorgt werden, so setzt sich dieses Bild fort. Fast die Hälfte aller Personen, die in der Häuslichkeit versorgt werden, haben Pflegegrad 2.

Im Pflegeheim sieht die Situation etwas anders aus: Hier sind deutlich mehr Personen mit Pflegegrad 3 und 4 anzutreffen. Dies spiegelt die den hohen Zeit- und Personalaufwand und die Belastungen des Pflegeberufs in der Altenpflege wider.

Dies hat zur Folge, dass in den Pflegeheimen ein erheblicher Zeit- und Arbeitsaufwand für die tägliche Pflege bewerkstelligt werden muss. Durch den sprunghaften Anstieg der Anzahl Pflegebedürftiger seit 1999 kam es zum Personalmangel in der Altenpflege. Die Personalknappheit in der altenpflegerischen Versorgung bestand schon vor der Corona-Pandemie. Allerdings erlebt der Bereich der stationären Pflege, insbesondere die Krankenpflege, durch die Corona-Pandemie aktuell eine höhere mediale Aufmerksamkeit als in den Jahren zuvor.

Während in der Häuslichkeit nur 3,5 Prozent mit Pflegegrad 5 versorgt werden, sind es in den Heimen 15,4 Prozent. Diese Zahlen können allerdings isoliert betrachtet zu einer Fehlinterpretation führen: Werden tatsächlich in den Heimen dreimal mehr schwerst-pflegebedürftige Menschen versorgt, wie in der Häuslichkeit von Familienmitgliedern und anderen nahestehenden Personen? Aus diesem Grund muss man sich die Verteilung der 4,1 Millionen Menschen im Hinblick auf die Wohnsituation näher anschauen.

GUT ZU WISSEN:

„Je intensiver der Pflegebedarf ist, desto schwieriger ist die Pflege in den eigenen vier Wänden.“