Pflegegeld

Pflegegeld
(für selbst beschaffte Pflegehilfen)

 „Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 können anstelle der häuslichen Pflegehilfe ein Pflegegeld beantragen. Der Anspruch setzt voraus, dass der Pflegebedürftige mit dem Pflegegeld dessen Umfang entsprechend die erforderlichen körperbezogenen Pflege-maßnahmen und pflegerischen Betreuungs-maßnahmen sowie Hilfen bei der Haushaltsführung in geeigneter Weise selbst sicherstellt.“ [1](§ 37 Abs. 1 Satz 1 und 2 SGB XI)

Das „Pflegegeld“ ist eine Geldleistung, die abhängig von der Höhe des Pflegegrades ist.

Pflegegeld
(§ 37 Abs. 1 Satz 3 SGB XI)

Pflegegrad

Betrag

Beratungsintervall

1

2

316,00 Euro

6 Monate

3

545,00 Euro

6 Monate

4

728,00 Euro

3 Monate

5

901,00 Euro

3 Monate

Der Betrag wird im Voraus jedes Monats auf das Konto des Pflegebedürftigen (oder der angegebenen Person) überwiesen. Das Geld ist nicht als (Arbeits-)Entgelt für erbrachte Pflegeleistungen gedacht, sondern kann eher als eine Art freiwillige Aufwandsentschädigung und Anerkennung für die private Pflege verstanden werden. Einen rechtlichen Anspruch auf den Geldbetrag hat die Pflegeperson nicht. Dafür muss das Pflegegeld auch nicht steuerlich als Einnahme angegeben werden.

  • Beratungsintervall:

    Wichtig: damit die Häusliche Pflege sichergestellt wird und eine gute Versorgung von Privatpersonen gewährleistet werden kann, ist diese Regelung an eine regelmäßige Beratung geknüpft (vgl. § 37 Abs. 3 – 9 SGB XI). Erfolgt keine Beratung, dann kann die Pflegekasse das Pflegegeld kürzen oder entziehen (§ 37 Abs. 6 SGB XI): „Rufen Pflegebedürftige die Beratung nach Absatz 3 Satz 1 nicht ab, hat die Pflegekasse oder das private Versicherungsunternehmen das Pflegegeld angemessen zu kürzen und im Wiederholungsfall zu entziehen.“[2] Die Beratung findet in der Häuslichkeit statt.
  • Häuslichkeit:

    Der Anspruch besteht, wenn die Person, die gepflegt wird, im eigenen Haushalt, dem Haushalt einer Pflegeperson oder einen anderen privaten Haushalt (z.B. Demenz-WGs, Pflege-WGs oder Senioren-WGs, Betreutes Wohnen) lebt.[3]

Reicht das Pflegegeld aus, um die pflegerische Versorgung zu gewährleisten?

Folgende Fragen sollte man mit „Ja“ beantworten können, damit diese Option in Betracht kommt

  • „Kann bzw. soll die Pflege in der häuslichen Umgebung zum Beispiel durch Familienangehörigen oder Nachbarn erfolgen?
  • Lässt der Gesundheitszustand eine Pflege des Betroffenen zu Hause zu?
  • Kann die Pflege selbst organisiert werden?“[4]

 GUT ZU WISSEN:

Wenn ein Pflegedienst zusätzlich unterstützen soll und man beantragt Pflegesachleistungen, dann verfällt der Anspruch auf das Pflegegeld anteilig oder ganz.

Wenn Pflegegeld trotz Leistungen eines Pflegedienstes weitergezahlt werden soll, dann müssen Kombinationsleistungen beantragt werden! 

 

[1] https://dejure.org/gesetze/SGB_XI/37.html

[2] https://dejure.org/gesetze/SGB_XI/37.html

[3] Vgl. Wieprecht und Wieprecht-Kotzsch 2021, S. 133, BMG 2021, S. 11

[4] Wieprecht und Wieprecht-Kotzsch 2021, S. 125